In der nahen Ferne
Meist ist Alpwirtschaft stark regional geprägt, mit eigenen Bräuchen, Traditionen, Rechten, Pflichten, von der Tierart über die Bekleidung der ÄlplerInnen bis hin zu Stacheldrähten oder Elektrozäunen. Daher sollten Publikationen aus der nahen Ferne, hier z. B. dem Allgäu, das geneigte Interesse von uns Schweizer ÄlplerInnen wecken – auch wenn wir selbstverliebt meinen, richtige Alpwirtschaft gäbe es nur in der Schweiz. Den vielen AutorInnen gelingt es, die allgäuische Verbundenheit zur Alpwirtschaft aufzuzeigen, ohne in folkloristische Heimattümelei zu verfallen. Themen sind: Geschichte der Alpwirtschaft und Alpkäse, Brauchtum, Alpgesetze, Artenvielfalt, Tierzucht, Gesellschaft, Tourismus, Wetter, Digitalisierung, Vermarktung, Identität, Politik, Immaterielles Kulturerbe, Zukunft und ein Blick nach Österreich, Frankreich und die Schweiz – puuh, ganz schön viel, nur leider kein Kapitel zu den Älplerinnen und Älplern. Dennoch interessant, wie sich jenseits der Grenze ähnliche Probleme in Bezug auf Bestossung, Ökologie, Vergandung und Strukturwandel stellen wie bei uns. (gh)
Bätzing, Birk, Empter-Heerwart u. a.
Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang
Immatrielles Kulturerbe in Deutschland
Gebunden, 256 Seiten, viele Fotos
context verlag Augsburg 2026
978-3-946917-47-2
www.context-mv.de