Filme

The Shepherd and the Bear

The Shepherd and the Bear

Hoch in den französischen Pyrenäen provoziert die Auswilderung von Braunbären einen Konflikt in der traditionellen Schäfergemeinschaft. Der Film folgt einem alternden Schäfer, der Schwierigkeiten mit der Nachfolge hat, weil die Bären seine Herde bedrohen, und einem Teenager, der davon besessen ist, Bären aufzuspüren. Ein modernes Volksmärchen, das die Beziehung des Menschen zu einer im Verschwinden begriffenen Natur untersucht. (Pressetext)

Trailer: youtube.com/watch?reload=9&v=IkKgtOxcocU

Hinweis: Der Film läuft vorerst nicht in der Schweiz, ausser am Festival «Visions du Réel» in Nyon vom 17.–26. April 2026: https://www.visionsdureel.ch/en/film/2025/the-shepherd-and-the-bear/

The Shepherd and the Bear
Spielfilm
Regie: Max Keegan
UK, France, US 2024
www.conic.film/films/bear

Bergers von Sophie Deraspe

Bergers

Mathyas tauscht sein Leben als junger Werbefachmann in Montreal ein, um Schäfer in der Provence zu werden. Die harte Realität der Hirtenwelt zwingt ihn jedoch dazu, seine romantische Vorstellung von diesem Beruf zu hinterfragen. Der Besuch von Élise, einer Beamtin, die ihren Job kurz entschlossen gekündigt hat, gibt Mathyas' Suche eine neue Richtung. Gemeinsam begeben sie sich auf die Wanderschaft mit einer Schafherde in ihrer alleinigen Verantwortung. An den Begegnungen und bestanden Prüfungen in den Bergen gewachsen, erschaffen sie sich ein neues Leben. Der Film ist inspiriert vom Roman «D’où viens-tu, berger ?» (Wo kommst du her, Hirte?) von Mathyas Lefebure und gewann am Toronto International Film Festival 2024 den Preis für den Besten kanadischen Film. (Pressetext)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RZWgrYn90WA

Bergers
Spielfilm
Regie: Sophie Derapse
Frankreich/Kanada 2024
http://bergers-lefilm.com/

Von der Alp auf die Musicalbühne

Unterwegs in Berg- und Tanzschuhen

Er hütet mit seinem Vater und seiner Familie auf der Glattalp 300 Rinder und 400 Schafe – und er singt und tanzt auf der grossen Theaterbühne. Der Film erzählt vom Leben des Älplers Christian Gwerder in diesen zwei unterschiedlichen Welten. In vielen Schwenks zwischen Alp und Bühne, zwischen Gwerders Lernjahren auf den Brettern des Heimattheaters Moutathal und der Ausbildung bei der «Musical & Theatre School» in Zürich. Zu hören gibt es viel Juuz und Jodel, zu schauen gibt es viel weite Bergwelt und enge Ausbildungsräume – das ist so unterhaltsam wie auch eindrücklich: Boxszenen an der Theaterschule, die Alpauffahrt der 400 Rinder, Gesänge mit den Kindern, die Theaterprobe als Sylvester Stallone. Insgesamt ist das alles ziemlich viel – ein Glas Kaffi-Schnaps kürzer hätte dem Film gutgetan. gh

Von der Alp auf die Musicalbühne
Christian Gwerders Tanz zwischen zwei Welten

Regie und Produktion: Christian Gwerder
Dokumentarfilm, Schweiz 2024

www.kulturwerk.ch

Hirtenreise ins dritte Jahrtausend

Eine der ältesten Kulturformen menschlicher Existenz ist das Hirtentum. In seinem Wesen beinhaltet es bis heute nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern verkörpert eine eigene Lebenshaltung und Weltanschauung.

Der Film erzählt eine moderne Hirtengeschichte, ausgehend von der Transhumanz, der Weidewirtschaft zwischen den Jahreszeiten und dem damit verbundenen Überbringen der Herden von der Winterweide auf die Sommerweide und umgekehrt. Die Hirten im Film nehmen ein Leben mit viel Entbehrung auf sich und stellen sich einer Herausforderung, die öfters auch die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht. Sie kommen nicht aus der Tradition des Bäuerlichen, sondern haben diese Lebensform selber gewählt, im Bedürfnis nach der Freiheit, selber etwas Sinnvolles zu tun.

Nach Sennen-Ballade und Bauernkrieg ist «Hirtenreise ins dritte Jahrtausend» der dritte Film einer Trilogie, in der ich mich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetze. Im Zentrum stehen die Fragen nach Identität, Überleben und Zukunft. Erich Langjahr

Hirtenreise ins dritte Jahrtausend
Dokumentarfilm
Regie: Erich Langjahr
Schweiz 2022, restauriert 2023

www.langjahr-film.ch

Im Berg dahuim

Alpbegeisterte KinogängerInnen kennen die Filmhymnen von Thomas Rickenmann über Innerschweizer und Ostschweizer Alpen: Schönheiten des Alpsteins, Alpzyt und z’Alp. Für den neuen Film hat er mit Rahel von Gunten zusammengearbeitet und ist über die Grenze in die Allgäuer Berge gesprungen. Portraitiert werden vier Allgäuer Alpen mit ihren Älplern und Älplerinnen. Aus Schweizer Sicht verwundert einen, dass die deutschen Alpen überraschend steil sind, dass vieles so ist wie bei uns – ausser der Allgäuer Dialekt etwas sympathischer und die Touristen überrennender. Daneben gibt es Probleme mit dem Wasser und solche mit dem Wolf. Die Klauen müssen gepflegt werden und das Bier hochgeschleppt. Das ist interessant zu schauen und wie gewohnt bei Rickenmann schön bis zu schön gefilmt: Ein paar Sonnenuntergänge und -aufgänge weniger hätten der dokumentarischen Seele des Films gutgetan. (gh)

Im Berg dahuim
Dokumentarfilm
Regie: Rahel von Gunten und Thomas Rickenmann
Schweiz/Deutschland 2020
100 Min.
www.imbergdahuim.de

Kühe auf dem Dach

Aldo Gugolz schliesst mit «Kühe auf dem Dach» an seinen grossen Erfolg von «Rue de Blamage» an, dies mit einem weiteren überaus sensiblen Einblick in den Alltag von Menschen, die am Rande der Gesellschaft ihren Weg gehen. Dieses Mal ist es ein junges Paar, das im totalen Einklang mit der Natur im Tessiner Onsernone Tal als Alp-Bauern seinen Lebensweg gefunden hat.
Zwischen Steinschluchten, Kühen und Ziegen wird Fabiano (38) Vater. Er ist bemüht den Alpkäse so herzustellen wie seine Aussteiger-Eltern in den 70er. Doch neben Schulden nagen auch Schuldgefühle an ihm: im Vorjahr verunfallte ein mazedonischer Schwarzarbeiter tödlich. Seitdem lässt sein Tod Fabiano nicht mehr los. Wie können er und seine Freundin Eva unter so schwierigen Umständen ein gemeinsames Leben mit ihrem Nachwuchs aufbauen? Pressetext 

Kühe auf dem Dach
Dokumentarfilm
Regie: Aldo Gugolz
Schweiz 2020
80 Min.
www.firsthandfilms.ch

Alptraum

Der Film «Alptraum» zeigt die klassische Geschichte zweier Freunde, die euphorisch in ihr gemeinsames Abenteuer «Alp» starten, bis ihre Freundschaft an Überforderung, anhaltenden Regengüssen, Tierabstürzen und der gemeinsamen Verliebtheit in die Nachbarshirtin zerbricht.

Mehr Infos siehe Beitrag im zalpletter:
«Wo Freiheitsgefühle im Gefängnis enden»
https://www.zalp.ch/index3.php?content=zalpletter

Alptraum
Das letzte Abenteuer
 
Dokumentarfilm 2016
Regie: Manuel Lobmaier
Schweizerdeutsch, DE
88 Min.
www.alptraum-film.com

Treppen zum Himmel

Wir sind auf der Rinderalp Ernergalen im Wallis und bekommen mit den gefilmten Episoden einen Einblick ins Hirtenleben, so unspektakulär es eben ist. Uns wird die Hütte vorgestellt, das goldgelbbraune Ofenbrot präsentiert, gezeigt, wie man einen Hund verarscht, ein Rind ins Füdli sticht, durch den Bergsee schwimmt, einen kleinen Felsklotz beklettern kann. Eingerahmt werden die Sommersequenzen von den Rindern, die anfangs die Alp raufwackeln, oben fressen und wiederkäuen und danach wieder runterwackeln. Den Cineasten unter uns fehlt da einiges: Hirt und Hirtin sind kaum zu sehen, Bauern kommen nicht vor, Lieb und Leid, Glück und Pech eines Alpsommers bleiben ungefilmt. «Fortsetzung folgt» kann man sich da wünschen. gh

Treppen zum Himmel
 
Dokumentarfilm 2016
Kamera: Stefanie Amman / Jonas Imhof
Schweizerdeutsch/Deutsch
37 Min.
Bezugsadresse: stefania.ammann@gmx.ch

Sonne rauf, Sonne runter

Als ZuschauerInnen begleiten wir die drei Familien, die wir schon vom Vorgänger- und Alp-fahrtsfilm «z’Alp» kennen, durch den Alpsommer. Die Kamera schweift, fliegt, krabbelt über die Alpen Erigsmatt im Moutatal, Altenalp im Alpstein und Engstligenalp im Berner Oberland. Das ist ganz unterhaltsam. Wir schauen den Kindern beim Bachstauen zu, hören von den feschen Alpmädels, dass es ohne Alp nicht geht, freuen uns an der beständigen Liebe des gestandenen Älplerpaars. Mit einem Wort: schön. Und als wäre es nicht schön genug, betört uns Rickenmann mit zeitgerafften Wolkenrallys, nachthimmelglitzernden Sternenbahnen und schier endlosen Sonnenauf- und Sonnenuntergängen, beschwingt und begleitet von allzeit dröhnender Musik. So oft und lange, bis nicht nur die Sonne glüht, sondern auch der eigene Kopf. Kurzzeitig bringt Schneegeflocke Abkühlung – aha, so kann der Alpsommer auch sein –, bevor das in Jodel und grandiose Wetterstimmung getränkte Finale vom erleichternd aufgehenden Licht im Kino vertrieben wird. gh

Alpzyt
keine Ferien - aber schöner
 
Dokumentarfilm 2016
Regie: Thomas Rickenmann
Schweizerdeutsch
90 Min.
www.alpfilm.ch

«Das war absehbar.»

Zwei, die losziehen auf die Alp: Sarah Jörg und Samuel Winter, beide um die dreissig, verdingen sich auf eine Kuhalp mit Rindern im Diemtigtal. Warum, bleibt ungesagt, aber beim Einstallen, beim Melken und ersten Käsen merkt man, die zwei sind unerfahren, gehen zum ersten Mal auf eine Alp, vielleicht aus einer Laune heraus oder des vielbeschworenen Traums wegen, einen Alpsommer zu erleben. Schon bald ist das Paar überfordert, der strenge Alpalltag zehrt an ihren Kräften, der Käse bekommt schmierige Rinde und schwarze Flecken, eine Kuh verwirft, der Schlaf fehlt, die Zuversicht, dass sich alles noch ändern könnte, ebenso.

Als Zuschauende sind wir nahe am Geschehen, blicken in müde Augen, an kraftlose Glieder, auf strapazierte Nerven. Für einmal ein realistischer Film, jenseits aller Alpromantik, das sollte einen freuen – aber dem gebeutelten Älplerpaar anderthalb Stunden zuschauen, das ist doch zäh. Am liebsten würde man ihnen zurufen: Seid mal nicht so knochentrocken, freut euch an einem guten Essen, am Baden im Bach, am Besuch lieber Freunde! Doch das gelingt ihnen nicht. Der Freudepegel ist auf die Höhe müder Waden gesunken und dort bleibt er. Sarahs Fazit am Ende des Alpsommers: «Jetzt muss ich wieder einen Job suchen.» Samuel: «Das war absehbar.» So ernüchternd kann Alpleben sein. gh

z’Bärg

Dokumentarfilm 2015
Regie: Julia Tal
Schweizerdeutsch, Deutsch
85 Min.

Zurück
Seite 1 von 4
(Total 37)