Alpaufzug

Musik

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Wie im Zirkus

Helvetikuss ist die Musik zum «Circus Lapsus Helveticus», einem turbulenten Zirkus mit dem Komikerduo Lapsus. Und so klingt sie auch: ein Graus für ohrensteife TraditionalistInnen, aber oft überraschend, vielfach kreativ, fast immer lustig und immer unterhaltsam. Eine wilde Show mit Anspielungen auf alle Seiten: Mag die Songline Jodel und Tänze umschnüren, verknopfen sich Jazz und Balkanmusik dazu. Das alles wird humorös leicht vorgetragen, die zehn MusikerInnen sind Artisten. (gh)

Helvetikuss

Landtwing Music 2021

www.mathiaslandtwing.ch

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Virtuos und gut

Zum neuen Jahr begrüsst euch hier

Ein Virtuos auf dem Klavier

Er führ’ euch mit Genuss und Gunst

Durch alle Wunder seiner Kunst.

In 15 Bildern führt der Zeichner Wilhelm Busch vor, wie ein Pianist sein Klavier so bearbeitet, dass seinem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Vom «Silentium» geht es über die «Fuga del diavolo» bis zum «Finale furioso» und zum «Bravo bravissimo». Nur Niccolò Paganini war auf seiner Geige schneller, nur John Coltrane am Saxofon wilder oder beides zusammen die Kapelle «Gläuffig». Mathias Landtwing, Klarinette, Fränggi Gehrig, Handorgel, Lukas Gernet, Klavier, und Primin Huber, Kontrabass, sind die Virtuosen. Sie führen Tempo und Technik vor, als wollten sie jede und jeden und sich selber täglich einmal überbieten. Wie das geht, können wir auf der CD «Gesellenwanderung» hören: Durch 14 Stückli vom Schottisch über den Choral, den Walzer bis zum Klezmer brettern die vier Gläuffigen. Dann und wann sagen Musikanten, deren Finger nicht so gläuffig über die Klappen und Saiten rasen können: «Virtuos sind sie, Hochleistungssportler halt, aber musikalisch?» Landtwing & Co. zeigen musikalische Grösse, so wie es der Jazzer Charlie Parker konnte oder Ritchie Blackmore auf seiner Gitarre, die er fürs Tempobolzen mit der Rockkapelle «Deep Purple» eigens bauen liess. Alle sind sie virtuos – und musikalische Wundertüten – rührend und schön. (Köbi Gantenbein)

Gläuffig

Gesellenwanderung

Phono Vertrieb 2021

www.glaeuffig.ch

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Den Kühen schäumt die Milch über

Keine Löcher, Ventile oder Klappen, um den Luftstrom zu lenken; keine Mechanik, um das Schallrohr zu kürzen oder zu verlängern; keine Saiten kann man drücken – nur übers Mundstück die Luft formen und hoffen, es töne – das ist das Alphorn. Wer als Kind viel übt, bringt im Alter 20 Töne aus ihm hervor, wovon ein paar so schräg dissonant tönen, dass sie den Wohlklang gewohnten Ohren wehtun. Und schwierig ist es, mit einem Alphorn ein Duett mit der Klarinette zu spielen oder gar ein Wälzerli mit Kapelle, denn es ist so gestimmt, dass es nur in ungewohnter und also schwieriger Tonart klappt. So bleibt das Alphorn lieber allein oder unter seinesgleichen. Vielleicht ist es wegen solch eigensinniger Beschränktheit das Schweizer Instrument schlechthin? Aber wer einmal einen Ton herausbringt, der ahnt den verzaubernden Klang und er übt und übt und weiss, dass er seinen Ton im hohen Alter fünf Kilometer weit durch die Landschaft reisen lassen wird. Und dazu hört er das Ensemble Hornroh, mit dem Jennifer Tauder, Balthasar Streiff, Michael Büttler und Lukas Briggen das Alphorn und den Büchel zum Klingen bringen. «Eigenbräu» heisst ihre neue CD mit 17 Stückli – auch sie haben nicht mehr als die beschränkte Reihe an Naturtönen und bringen die zu viert aber so zueinander, als wäre es eine Klaviatur. Virtuos können sie das Geheimnis des Alphorns – den singenden Rhythmus. Und ja – das Heimweh nach der Alp tönt mit. Ich höre ihnen zu und stelle mir vor, wie sie auf einer Felsnase stehen und so blasen, dass den Kühen vor Freude die Milch überschäumt. (Köbi Gantenbein)

Hornroh

Eigenbräu

Verlag Zytglogge 2021

www.hornroh.ch

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