Alpaufzug

Bücher

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Lieblos eingedampft

Das Sixpack «Wege zum Alpkäse», die Reihe mit gut 470 portraitierten Käsealpen im Berner Oberland aus den Nullerjahren, ist veraltet und zum Teil vergriffen. Im Sommer 2020 frisch erschienen ist ein Folgebuch mit insgesamt 240 Käsealpen. Leider ist es lieblos gestaltet und würzlos gekürzt. Technische Angaben wie z. B. Stosszahlen oder Weideflächen fehlen, historische oder kulturelle Hinweise auf Architektur und Sagen sind im Bschüttloch verschwunden. Schade auch, dass auf den Bildern kaum mehr Älplerinnen und Älpler die Seiten schmücken. Neu hinzugekommen ist der Hinweis Alpbeizli Ja oder Alpbeizli Nein, geblieben sind die Angaben zur Lage der Alp, zu Besonderheiten und Kontaktadressen. gh

Wege zum Alpkäse Berner Oberland
240 Käsealpen im Porträt

Werd und Weber 2020
Paperback, 532 Seiten, viele Bilder
ISBN 978-3-03818-257-3
CHF 53.90
www.alpbeizli.ch
www.weberverlag.ch

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Der optimistische Wanderer

Wir erinnern uns an die whatsalp-Tour von Wien bis Nizza dem Alpenbogen entlang, 1800 Kilometer, 119 Tage (zalp 29/2018). Einer, der schon bei TransALPedes 1992 dabei war, der Geograf Dominik Siegrist, erzählt im «Alpenwanderer» aus persönlicher Sicht seine Eindrücke. Was hat sich in den 25 Jahren verändert, wie ist der heutige Stand von Leben, Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Natur? Oder mit anderen Worten: Wie steht es mit der Abwanderung und Überalterung, mit Verwilderung und Kulturlandverlust, mit der Verschandelung und Umweltzerstörung durch Energiekonzerne, Tourismusorganisationen und Autobahnlobby? Wenn man sich durch die chronologischen Tagebucheinträge und die leider sehr kurz gehaltenen «Themenfenster» liest, wird einem bewusst: Es ist wie anderswo auch. Was an Natur oder Kulturlandschaft, an Dorfleben mit diversen Initiativen gerettet werden wollte, hat teils funktioniert und teils nicht. Die whatsalp-Wandersleute verköstigen sich zwar vermehrt mit regionalen Produkten auf Bio-Bauernhöfen, aber ebenso sind Gebiete verlassen worden, konnten Strassenprojekte nicht aufgehalten werden, ist der «Funpark Alpen» ausgebaut worden. Siegrist bleibt insgesamt optimistisch, nur wird einem nicht ganz klar, wieso. gh

Dominik Siegrist:
Alpenwanderer

Eine dokumentarische Fußreise von Wien nach Nizza

kartoniert, 232 Seiten
Haupt Verlag 2019
ISBN 978-3-258-08122-9
CHF 29.–
www.haupt.ch

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Sich verpflegen lassen

Die Bücher zu den Alpwirtschaften mehren sich, siehe die reihe Alp- und Bergbeizliführer im Weber-Verlag. Dieses Buch hier hat ein Format von 21 x 28,5 mm, bringt über ein Kilo auf die Waage, umfasst Alpwirtschaften in der ganzen Schweiz und passt wohl nicht mehr in jeden Leichtwander-Rucksack. Dafür machen die grosszügigen Bilder Lust auf Erkundungsjagd. Vorbereitet werden die Wandersleute mit allerhand Informationen zur Region und Alpkultur. Gluschtig machen die diversen Alpstuben, die «Hindersi»-Älplermagronen, die Schottenbäder, Wasserbüffel, vietnamesischen Schweine, der libanesische Senn und der Kampfhund. Fehlwandern kann man kaum, die Wege werden präzis beschrieben, alle nötigen Angaben und Links sind vorhanden. Man will schliesslich ankommen, das Wandern macht Hunger und man hat noch die reichhaltigen Fragen der Zaungäste mit dabei. ÄlplerInnen haltet euch bereit! gh

David Coulin:
Die schönsten Alpwirtschaften der Schweiz
50 genussvolle Wanderungen zu bewirteten Alpen
 
181 Seiten, gebunden
AT Verlag, Aarau und München 2013
ISBN 978-3-03800-691-6
CHF 49.90

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Alp- und Bergbeizliführer

Bevor das Büchlein «Die 100 geheimsten Alphüttli – Hingehen, wo noch keiner war» erscheint, erscheinen die schweizweiten Alpbeizliführer, die einerseits keine ausgedörrte Bergwanderkehle vertrocknen und anderseits Zusatzbatzen in die Taschen der ÄlplerInnen kollern lassen. Nicht immer entsprechen die Beizli den Erwartungen des Touristen an eine heimeilige Alphütte, die Architekturverbrecher sind auch in den Alpen tätig. Aber das ist nicht die Schuld des Alpbeizli-Führers. Mit diesem werden alle Lokalitäten gefunden, werden Angebote und Spezialitäten hervorgehoben, findet man Kontaktpersonen und -adressen, gibt es kurze touristische Zusatzinfos zur Gegend oder zur jeweiligen Alp. Ergänzt werden die Büchlein mit einer App für Smartphones. Gut gemachte Führer für Leute, die gerne zum Essen auf einem Plastik- oder Holzstuhl sitzen und nicht auf einem Stein oder im Kuhfladen. gh

Alpbeizli-Führer

Zentralschweiz
Ostschweiz/Graubünden
Tessin
Zermatt
Emmental
St. Gallen, Appenzell
Berner Oberland
 
Weber Verlag, Thun 2012/2013
jeweils CHF 39.–
www.weberverlag.ch
www.alpbeizli.ch

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Sechzehnmal unbesucht

Wenn du ÄlplerIn bist, nützt dir das Buch als Wanderführer wenig, du bleibst besser auf der eigenen Alp. Als Geschenk ist es aber optimal: Für Freunde, die du nicht zu Besuch haben willst. Bis sie die 16 Alpen bewandert haben, ist der Sommer um. Du musst keine Skrupel haben: Sie werden reich beschenkt. Nicht nur mit Wanderrouten quer und kreuz, rauf und runter zu samt und sonders Alpen aller Arten, nein auch mit viel Information zur Alpwirtschaft im Allgemeinen, zu Handwerk, Fusswerk und Gedankenwelt der ÄlplerInnen im Speziellen. Denn dies ist das Besondere an diesem handlichen Wanderführer: Es erzählt von den Alpleuten und ihren Geschichten, nicht von Gipfeln, historischen Stätten, alpinen Sehenswürdigkeiten. Und so gesehen, schenkst du dir das Buch am Besten selber und liest auf deiner Alp, was die anderen auf gleicher Höhe so tun. gh

Michael T. Ganz und Marc Valance:
Alpwandern

16 Touren zu Kuh-, Ziegen- und Schafalpen im Schweizer Alpenbogen

Werdverlag, Zürich 2011
ISBN 978-3-85932-655-2
CHF 32.90

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