Jahresrückblick IG-Alp

Die IG-Alp ist nun über ein Jahr alt – und erst recht unternehmungslustig. Über 60 Personen haben dieses Jahr ihr Interesse an unserer Tätigkeit bekundet und sind dem Förderverein beigetreten. Etwa 20 Personen davon engagieren sich aktiv in der Kerngruppe und treffen sich periodisch zu Arbeitssitzungen.

Im vergangenen Jahr 2001 sind wir an folgenden Daten zusammengesessen, haben diskutiert, geplant und geschrieben:

20./21. Januar bei May-Britt in Fanas

12./13. März bei Roland in Präz

8./9. Juni bei May-Britt in Fanas

17. September bei May-Britt in Fanas

21. September vor dem Fest in Zizers

8./9. Dezember bei Giorgio und Barbara in Mollis

Im Vordergrund standen folgende Themenbereiche:
 

QS-Alp

Das Thema, welches im Jahr 2000 überhaupt den Anstoss zum Zusammensitzen und zur Gründung der IG-Alp geführt hat, beschäftigte uns weiterhin. Vor einem Jahr haben wir einen Brief an alle Alpmeister im Kanton Graubünden geschrieben mit einem Aufruf zur kritischen Betrachtung der vorgeschlagenen Sanierungsmassnahmen in Alpsennereien und mit einer Auflistung von Tipps aus unseren Erfahrungen. Zudem trafen sich einige IG-ÄlplerInnen unter der Federführung von Lieni Hug mit den Käsereiinspektoren, ihrem Vorsteher vom MIBD, dem Vertreter des Meliorationsamtes sowie einem Bauern und dem Präsidenten des Sennenvereins. Der Erfolg, unsere Ideen da einzubringen, blieb leider aus (siehe Infoverteiler Nr.1).

Einige ÄlplerInnen konnten jedoch im Sommer auf ihren Alpen mit Ideen und Anregungen zum Umbau und zur Realisierung der QS-Verordnung ein wenig auf die Planung Einfluss nehmen. Das war und ist sehr schwierig, weil letztlich das Meliorationsamt über die Geldzahlung bestimmt und somit das Sagen hat.
 

Baugruppe

Die Baugruppe hat sich mehrmals mit QS-Fragen beschäftigt. Im Juni traf sie sich mit Peter Hartmann vom MIBD und anderen Käsereiinspektoren zu Alpbesichtigungen im Schanfigg, wo an Ort und Stelle QS Alp-Sanierungen konkret diskutiert wurden.

Ein weiteres Projekt ist die Inventarisierung von Alpsennereien bezüglich ihren Einrichtungen, Baumaterialien und deren Auswirkungen. In der letzten „zalp“ war ein Fragebogen dazu abgedruckt gewesen, den jedermann ausfüllen und einschicken konnte. Leider sind nur wenige Fragebogen zurückgekommen. May-Britt nimmt auch jetzt noch Rückmeldungen gerne entgegen.

Alpofon

Als konkrete Dienstleistung von ÄlplerInnen für ÄlplerInnen wurde von der IG-Alp das Alpofon ins Leben gerufen. Es hat viel Vorbereitungszeit und Einsatz gefordert. Die Nachfrage war gross, der Erfolg auch, doch kann vieles noch verbessert werden. Genaueres siehe Bericht „Alpofon“. Auf eine Anfrage hin konnte im September das Alpofon an einer Tagung der LBL (Landwirtschaftlichen Beratungszentrale Lindau) über „soziale Einrichtungen in der Landwirtschaft“ vorgestellt werden.
 

Tourismus und Vermarktung

Am Älplertreffen in Chur im Januar hat die Arbeitsgruppe (Agnes, Daniel und Kristin) ein Merkblatt abgegeben, was beim Direktverkauf von Alpprodukten zu berücksichtigen und mit den Bauern abzusprechen sei. Einige ÄlplerInnen haben sich im Sommer auf ihren Alpen ins Zeug gelegt mit Älplerzmorge, Weichkäsli etc. und damit weitere Erfahrungen gesammelt. (siehe auch Infoverteiler Nr. 2)
 

Treffen und Feste

Das Älplertreffen in Chur im Januar ist wieder dank dem Einsatz einiger fleissiger ÄlplerInnen (jetzt unter der IG-Alp) organisiert worden. Da war auch Gelegenheit die IG-Alp und ihre Tätigkeiten vorzustellen. Blanca erwähnte die Erhöhung der Alppersonalrichtlöhne, welche zwischen dem Bündner Sennenverein und dem Bündner Bauernverband ausgehandelt worden waren. Sie forderte zur Solidarität auf, die Richtlöhne in den Lohnverhandlungen mit den Bauern nicht zu unterbieten. Die IG-Alp ist sich am überlegen, ob das ehemalige Jugendhaus in Chur weiterhin Veranstaltungsort bleiben soll. Die Mietkosten sind gestiegen, zudem fehlt es an einer geeigneten Kochmöglichkeit. Positiv ist jedoch die Toleranz gegenüber Rauchern und Hunden und dass der Ort vielen bereits bekannt und zentral ist. Anregungen für einen günstigen, gemütlicheren Ort werden von der IG-Alp gerne entgegengenommen.
ÄlplerInnenfest in Zizers: Die Festgruppe funktionierte wieder sehr gut und organisierte Plakate, Zelte, Essen, Musik und guter Stimmung führte (siehe Infoverteiler Nr. 2).
 

Öffentlichkeitsarbeit

IG-Alp als Sprachrohr für Älpleranliegen? Wir ÄlplerInnen hätten gerne ein Mitspracherecht in alpwirtschaftlichen Fragen, eine Vertretung in Gremien und Behörden. Dieses Anliegen unterbreiteten wir Lieni Hug, worauf er meinte, dass er nur eine Ansprechperson seitens der Älplerschaft, d.h. vom Sennenverein und der IG-Alp gemeinsam, wünsche. Inwieweit wir mit dem Bündner Sennenverein einen Konsens finden oder unsere eigenen Wege gehen, wird sich zeigen.
Auftritte: Die IG-Alp konnte an folgenden Anlässen/Tagungen vorgestellt werden: Alpmeistertagung im April am Plantahof, Älplerfrühjahrstagung in Tiefencastel, Tagung des Bündner Sennenvereins in Trübbach. Es ist wichtig, immer wieder Präsenz zu zeigen, um Kontakte zu knüpfen und unsere Anliegen diskutieren zu können.
Presseberichte: Über die IG-Alp wurde in mehreren Zeitschriften übers Jahr verteilt berichtet. In der Schweiz waren dies Schweizer Bauer, Bündner Bauer, Montagna, zalp, A-Bulletin und in den Bergheimat Nachrichten.
 

Infoverteiler

Der Infoverteiler soll ein Forum für ÄlplerInnen sowie für die verschiedenen Aktivitäten der IG-Alp sein. Der erste Infoverteiler erschien im März 01 furztrocken, der zweite liegt jetzt etwas bebildert vor. Wir beabsichtigen, den Infoverteiler weiterhin 2-3 mal jährlich herauszugeben. Verschickt wurde er an ca. 320 Interessierte.
Nächstes Jahr werden ihn nur noch diejenigen erhalten, welche auch den Förderbeitrag von Fr. 25.– einzahlen.
Aktuelle News zu Alpwirtschaft sind unter www.zalp.ch zu finden. Die Internetseite ist derzeit die wichtigste Plattform für ÄlplerInnen mit Alpstellenbörse, Marktstand, Inseraten, Verzeichnis von Anlässen, Musik und Literatur zu Alpwirtschaft und vielem mehr. (Herzlichen Dank für die Blumen, der Setzer).

Weitere Aktivitäten

Im Frühling hat die IG-Alp an einem Wettbewerb „Save the Mountains“ für innovatives Engagement im Berggebiet, organisiert von „Mountain Wilderness, Zürich“ teilgenommen. Es wurde uns kein Preis verliehen, dafür konnten wir uns wieder an einem Ort bekannt machen.
Im Frühling besuchten 3 Älplerinnen den früheren Milchinspektor Duosch Regi, um ihn über die Entwicklung der Alpwirtschaft zu befragen. Er händigte uns interessante Dokumente über ältere und neuere Geschichte über Alpwirtschaft im Graubünden aus, die jetzt zum Lesen zur Verfügung stehen. (siehe Infoverteiler Nr. 2).
Sirtenkultur: Zur Erhaltung und Förderung dieses alten Handwerks und zum Infoaustausch unter den SennInnen sammelt Chrigel Schläpfer Rezepte über Sirtenkultur jeglicher Art.
Alpschweine: Ein neues Anliegen ist uns, den Alpschweinen zu einem alpgerechteren Alpsommer zu verhelfen, unter freiem Berghimmel, im Schatten von Blackenblättern. Ein Schwein ohne Weideauslauf kann kein Alpschwein sein (Kontaktperson Claudia).
 

Ausblick

Was uns noch fehlt in der IG-Alp Kerngruppe, ist eine vermehrte Vertretung der HirtInnen der Rinder-, Ziegen- und Schafalpen und deren Themen. Wer möchte sich in entsprechenden Arbeitsgruppen engagieren?
Die neue Traktandenliste überbordet bereits das Papier. Auf’s 2002 gibt’s wieder vieles anzupacken, ÄlplerInnentreff Chur und Witzenhausen, Einführung von Alpneulingen, Alpofon organisieren, Beratung für Alpsanierungen, etc. etc.
Ich wünsche der IG-Alp für’s 2002 das selbe wie den ÄlplerInnen auf die Alpen: tolles Engagement, Durchhaltevermögen, Toleranz, Zusammenhalt, Ideen und Humor.


Die IG-Alp ist in erster Linie eine ideelle Organisation zur Erhaltung von Kulturgut und Lebensraum Alp. Zudem ist sie eine Selbsthilfeorganisation von ÄlplerInnen für ÄlplerInnen.

Wer bei der IG-Alp mitmachen will oder unterrichtet werden will, was die anderen tun, meldet sich zur Mitgliedschaft an. Das kostet 25 Franken jährlich, dafür erhält man zweimal den Infoverteiler und unterstützt die Arbeit der IG.