Aus dem «Glühenden Zeichen für den Schutz der Bergwelt» soll laut CIPRA ein alpenweiter Aktionstag «Alpen in Bewegung» werden. Warnfeuer sind nicht mehr zeitgemäss für die klimadenkende Klientel, zudem hat sie am anfangs August Ferien, also keine Zeit zum politisieren, siehe Medienmitteilung CIPRA: www.cipra.org/de/news/alpen-in-bewegung
Wie auch immer. Das erste Feuer wurde im Sommer 1989 von ÄlplerInnen im Val Madris lanciert. Manche Alpen wurden damals von Energiekonzernen mit Stauseegelüsten bedrängt, zudem beugte sich die Armee über die Landeskarten auf Ausschau nach möglichen Schiess- und Panzerübungsplätzen. Dieser Angriff auf Alpfläche und Weiden brachte einen grossen Teil der angestellten Älplerschaft zu politischen Aktionen, eben unter anderem zu, wie es damals hiess, «Feuer auf den Alpen».
«Im Sommer 1989 brennen zum zweiten Mal auf vielen Alpen Warnfeuer. Ausgehend von den HirtInnen im von einem Pumpspeicherwerk bedrohten Val Madris, breiten sich die Feuer in den Alpen zunächst über Graubünden und in den folgenden Jahren über den ganzen Alpenbogen aus. Was heute eine europaweite Aktion gegen die Zerstörung des Alpenraumes ist, wiederspiegelte ursprünglich das neu entstandene Selbstbewusstsein der Älplerlnnen und ihrer Vernetzung. […] Teil des 89er Versandes ist der Unterschriftsbogen für die Alpeninitiative, mit welcher der Transitverkehr durch die Alpen von der Strasse auf die Schiene verlagert werden sollte. Wir kennen die Geschichte: Viele gute Aktionen, eine beispielhafte Zusammenarbeit von Aktivistlnnen aus den Gebirgskantonen und dem Unterland, ein überraschender Sieg in der Volksabstimmung 1993 und seither die Verwässerung der Alpenschutzbestimmung und die kontinuierliche Zunahme des Transportverkehrs auf der Strasse.» Christian Brassel in einem Rückblick zur ÄlplerInnenbewegung bis 1996. Nachzulesen unter: flugblaetter_1988-89.pdf
Ab Sommer 2002 wurde «Feuer in den Alpen» von der CIPRA organisiert. Wie es so ist in der individualisierten Älplerschaft, engagierten sich die meisten aktiven Feuerleute aus erster Stunde mittlerweile anderswo als auf den Alpen. Zur «Übernahme» ist in der zalp 2004 ein Interview mit dem damaligen CIPRA-Mitarbeiter Reto Solèr zu lesen: www.zalp.ch/zalpletter/zalp_15_2004_fida.pdf
Im Sommer 2026 ist also Schluss mit Warnfeuern. Für den Erhalt der Alpbetriebe und den Umweltschutz im Alpenbogen gibt es jedoch weiterhin genug zu tun. Mit Zündhölzli und ohne.
Siehe auch: http://feuerindenalpen.com/